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Auf Zweirädern über die Insel der Dämonen

Bali ist die Insel der Götter und Dämonen. So steht es in jedem Reiseführer und jedem Reiseblog. Auch wir hatten den Eindruck, dass es auf der Insel fast mehr Tempel gibt als Häuser und dass jeden Tag eine andere Zeremonie stattfindet. Den größten Dämon scheinen jedoch auch alle Feierlichkeiten und Opfergaben nicht zu bannen: Den Autoverkehr und die vielen Staus, die die Insel inzwischen fast zum Erliegen bringen. Wer etwas von der Insel sehen will, muss das mit dem Fahrrad oder einem Scooter machen. Wir haben beide Varianten ausprobiert und können sie nur empfehlen.

An einem Montag Morgen um 8 Uhr werden wir von einem Kleinbus abgeholt – und auf dem Gepäckträger hinten sind drei schicke Mountainbikes. Wir haben uns für eine Tour angemeldet, die mit dem Auto hoch in das Bergland im Norden geht, und mit dem Mountainbike von dort nach Ubud zurück führt. Eine gute Kombination, denn würden wir mit dem Fahrrad nach oben fahren, wäre zumindest ich schon nach zehn Minuten fix und fertig, ist es doch jeden Tag heiß und schwül.

Start bei Regen

Dass es auf Bali auch regnen kann, wissen wir schon. Doch dass es genau dann anfängt als wir mit unserem guide aus dem Auto aussteigen und uns auf unsere Bikes schwingen, ist schon Pech. Nichtsdestotrotz starten wir, immerhin tragen wir in unserem Weltreisegepäck schon seit knapp neun Monaten unsere Goretex-Allwetter-Jacken mit uns herum. Wir sind also bestens ausgerüstet und machen uns auf den Weg „downhill“ auf schmalen Wegen durch Kaffeeplantagen, Reisfelder und kleine Dörfer. Hin und wieder stellen wir uns wegen des Regens auch mal unter und kommen dadurch sowohl mit einem Bauern als auch mit einem Steinmetz mit Frau und Baby in Kontakt, die uns ihre Arbeit zeigen.

First time Bali?

Nach einer Stunde wird das Wetter wieder sonnig, so dass wir besser voran kommen und auch unsere Klamotten wieder trocknen. Wir fahren also mit den Mountainbikes durch die Felder und kleine Dörfer und werden dort immer freundlich von den Menschen begrüßt. „First time Bali?“ ist dabei die beliebteste Frage. Und dass wir „second time“ antworten, weil wir vor drei Jahren schon mal hier waren, macht sie ganz glücklich. Wir dürfen deshalb sowohl Frauen auf dem Weg zum Tempel als auch Kinder beim Spielen fotografieren:

Zurück in Ubud sind wir uns einig, dass die Bike-Tour eine ganz wunderbare Art war, die Insel zu erkunden. Der Aktionsradius auf zwei Rädern ist einfach deutlich größer als zu Fuß – und es tut gut, sich mal sportlich zu betätigen. Weil man bei tropischen Temperaturen aber so schnell ins Schwitzen kommt, mieten wir uns am nächsten Tag dennoch lieber einen Scooter als ein Fahrrad, damit wir weiterhin mobil sind.

Große Freiheit

Fast alle Traveller, die in Ubud Station machen, sind mit einem Scooter unterwegs. Die schönen und ruhigen Unterkünfte liegen meist etwas außerhalb, öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht, zu Fuß ist es zu weit, mit dem Auto steht man im Stau – mit dem Scooter kann man daran vorbei fahren.

Meistens fährt Wolfgang, und ich sitze hinten drauf. Nach ein paar Tagen schnappe ich mir aber auch alleine das schicke Teil, das mich sehr an die orange Vespa erinnert, die mein Papa vor mehr als 30 Jahren fuhr und auf der ich mit 16 das oberfränkische Burgkunstadt unsicher gemacht habe…

Längere Strecken genieße ich trotzdem lieber als Sozia auf dem Rücksitz. Während Wolfgang auf den durchaus chaotischen Verkehr achten muss, kann ich mich in der Gegend umschauen und das viele Grün genießen, das sofort auftaucht, wenn man nur ein paar Kilometer außerhalb von Ubud ist.

Mobile Familie

Auch als unsere Freunde Lilli und Matthias mit dem kleinen Leo uns auf Bali besuchen, ist der Scooter das ideale Fortbewegungsmittel. Sie nehmen sich die balinesischen Familien zum Vorbild, die oft mit „Kind und Kegel“ durch die Gegend fahren, und bringen auch den kleinen Leo immer sicher durch den Verkehr. So kommen wir auch zusammen zu einer Kaffeeplantage in der Nähe von Ubud und zu einem hinduistischen Tempel mit beeindruckenden Dämonen am Eingang.

 

2 Kommentare

  1. Liebe Claudia,

    wie schön, dass Du Dich meldest – und wie schön, dass Du auch bald nach Bali fliegst. Ich hoffe, meine Antworten helfen Dir ein wenig bei Deiner Reiseplanung.

    1. Du kannst auf jeden Fall als Frau allein nach Bali reisen. Vor 15 Jahren habe ich das auch schon mal gemacht und hatte keine Probleme. Und auch dieses Mal haben wir viele alleinreisende Frauen in Ubud gesehen. Viele machen dort Yoga, vielleicht ist das ja auch was für Dich?

    2. Mit der Unterkunft ist das so eine Sache. Wir hatten selbst am Anfang ja etwas Pech – siehe http://www.weltreise-logbuch.de/komische-tage-in-ubud/ – und sind danach dann in ein nettes und vergleichsweise günstiges Hotel gezogen: das Artini-Resort. Es hat schöne Zimmer – die Deluxe sind schöner als die Super Deluxe – und einen schönen Pool, liegt nah am Zentrum und ist trotzdem ruhig, außerdem gibt es einen Shuttlebus ins Zentrum.
    Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob Du dort andere Alleinreisende triffst, da doch eher Paare und Familien dort waren. Grundsätzlich kann ich Dir noch den hippen Stadtteil Penestenan empfehlen. Da gibt es viele kleine Cafés und sehr viele Unterkünfte. Ich denke, dass dort die Chance größer ist, Kontakte zu machen, falls Du das willst. Allerdings empfehle ich Dir für dort einen Scooter, damit Du mobil bist. Wie viel Spaß das macht, hast Du ja hier gelesen.

    Herzliche Grüße und schöne Reise!

  2. Spüli;-) sagt

    Liebe Elke,
    Ich lese eben deine Berichte über Bali und finde das alles sehr spannend! Zumal ich im März auch ein paar Wochen on Tour sein will. Wird für mich das 1. mal Bali sein. Daher habe ich ein paar Fragen: 1. kann man das als Frau allein machen und 2. kannst du eine Unterkunft in Ubud empfehlen?
    Toll von euch zu lesen!!
    Liebe Grüße aus dem eisigen Freising!
    Claudia

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