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aktuelle Reisenotizen

Drei Fähren ins Glück

BC Ferries. Dieses Kürzel, das für die Fährgesellschaft im kanadischen British Columbia steht, begleitet uns ständig auf unserem Trip auf Vancouver Island. Denn unser kurzes Familientreffen mit Lisa Maria, die fünf Monate work and travel in Kanada gemacht hat, steht ganz im Zeichen von Fährfahrten. Lissy (wie wir sie gerne nennen) zeigt uns in der einen Woche des Wiedersehens ihre schönsten Plätze auf der großen Insel. Und das sind lauter kleine vorgelagerte Inseln, eine schöner als die andere. Inselglück im Westen von Kanada. Um stilechte kanadische Ferien zu verbringen, haben wir schon Wochen vorher bei BC campervan rentals einen kleinen Bus mit Dachzelt gebucht. Wir übernehmen ihn am Vormittag in Vancouver und setzen damit von der Horseshoe Bay nach Nanaimo auf Vancouver Island über – Fähre 1. Wiedersehen auf Vancouver Island Nach eineinhalb Stunden Überfahrt können wir hier endlich Lissy in die Arme schließen und machen uns gleich auf zum nächstgelegenen Campground. Er ist recht dunkel, denn er liegt im Wald, und wir müssen uns erstmal mit der ganzen Camping-Ausrüstung vertraut machen. Aber es gibt einen Zugang …

Mayas und Moskitos

Ehrlich gesagt, haben wir nach einem Monat genug! Genug von den Maya-Ruinen, die es hier in Yucatan auf Schritt und Tritt gibt. Genug von der brütenden Hitze und den allgegenwärtigen Moskitos. Genug auch von den Touristenmassen, die in hellen Scharen durch die Maya-Sehenswürdigkeiten drängen – wenn  diese von den Badeorten an der Karibikküste aus gut erreichbar sind. Und von den aufdringlichen Souvenirverkäufern, die uns ihren immer gleichen Kitsch mit dem immer gleichen Spruch anbieten: „Hola amigos! Best price!“ Natürlich waren wir dennoch begeistert von Chichen Itza, Itzamal, Uxmal, Edzna, Palenque, Yaxchilán und Tulum. Doch gestern war der Tag, an dem wir beschlossen, dass eine in der Nähe liegende Maya-Stätte auch gut ohne uns auskommen kann. Kein Zweifel: Eine Begeisterungsflaute hatte uns erreicht. Dabei hatten wir uns extra ein Auto gemietet, um die Halbinsel Yucatan samt dem Bergland von Chiapas auf den Spuren der Mayas zu bereisen und dabei auch entlegenere Orte aufzusuchen. Um der glühenden Hitze des Tieflands und den Touristenmassen zu entgehen, waren wir stets früh aufgestanden – und wurden nicht enttäuscht. Wir staunten über …

Was für ein Paar!

Obwohl sie ein höchst spannendes und abenteuerliches Leben in Chiapas/Mexiko geführt haben, sind beide bei uns wohl weitgehend unbekannt: Frans Blom, dänischer Archäologe und Trudy Duby-Blom, Photographin und Umweltschützerin aus der Schweiz. Wir sind auf sie gestoßen, als wir das Museum Na Bolom in San Christobal de las Casas besucht haben. Ein Ort, an dem viele Geschichten erzählt werden: über die Lacandonen-Indianer, einen kleinen, fast verschwundenen Stamm aus dem Grenzgebiet zwischen Chiapas und Guatemala, über die Entdeckungsgeschichte der Maya-Ruinen im tiefen Urwald dieser Region, über das stattliche Anwesen selbst (das früher ein Kloster war), vor allem aber über dessen einstigen Bewohner. Ein Leben für die Ureinwohner Gertrude Duby aus dem Berner Oberland hatte sich schon früh politisch und publizistisch engagiert, war in der deutschen Widerstandsbewegung gegen Hitler aktiv und war deshalb sogar kurze Zeit in einem Lager interniert. 1940 konnte sie aber nach Mexiko fliehen, wo sie sich zunächst als Sozialarbeiterin engagierte. Doch erst als sie 1948 auf den dänischen Archäologen Frans Blom traf, der den Urwald von Chiapas nach Maya-Ruinen durchstreifte, fand sie ihre …

Der Schreiber, das Huhn und die Kirche

Was bleibt hängen von einer Reise? An was erinnern wir uns auch noch nach Jahren? Was vergessen wir dagegen schnell? Diese Fragen stellen wir uns immer öfter, sind wir doch inzwischen seit fast 16 Monaten in der Welt unterwegs – und schon jetzt können wir die vielen Eindrücke gar nicht mehr verarbeiten. Deshalb fand ich es besonders interessant, in Mexiko an einen Ort zurückzukehren, an dem ich vor 27 Jahren schon einmal war: San Cristobal de las Casas. Und ich erinnerte mich an drei Dinge sehr intensiv: den Schreiber, das Huhn und die Kirche. Doch zunächst zu der Reise an sich. Damals war ich 21 und nach der Zwischenprüfung an der Uni mit meiner Reisefreundin Gracia unterwegs in Mexiko und Guatemala. Für mich war es damals der erste Flug überhaupt, vorher hatte ich vier Wochen in der Fabrik gearbeitet, um mir das Ticket leisten zu können. Und während ich das so schreibe, komme ich mir ein ganz klein wenig aus der Zeit gefallen vor. Wer kann sich heute noch vorstellen, im Erwachsenenalter das erste Mal zu fliegen? Auch die übrigen Reisebedingungen klingen so …

Verblichene Schönheiten

Tortillas, Tequila und Haciendas – das sind drei Schlagworte, die uns wohl allen einfallen, wenn wir an Mexiko denken. Vor Ort „überprüfen“ wir gerade die Klischees mit folgendem Ergebnis: Tortillas essen wir fast jeden Abend, statt Tequila trinken wir lieber cerveza, und die eine oder andere Hacienda ist tatsächlich einen Besuch wert. Rund um Merida gibt es so viele ehemalige Sisalplantagen, dass es sogar eine „Route der Haciendas“ gibt. Mit unserem Mietwagen, den wir uns hier mal wieder gegönnt haben, steuern wir einige der ehemaligen Landgüter an. Manche sind verfallen, und der Zutritt ist verboten. Andere sind zu Luxushotels umgebaut worden, und der Zutritt ist nur für Übernachtungsgäste gestattet… Morbider Charme Zum Glück hat unser Vermieter Neil uns einen Tipp gegeben, welche Hacienda wir unkompliziert besuchen können: Die Hacienda Ochil, die knapp 50 Kilometer südlich von Merida liegt. Und sie ist ein echtes Kleinod voller morbidem Charme. Ein Paradies für eine Fotosession: Und ganz in der Nähe ist auch noch die Cenote Kankirixche, eine natürliche „Schwimmhöhle“, in der wir uns eine kleine Abkühlung gönnen:

Heißer Einstieg in Merida

Laut Reiseführer und Wetter-App ist gerade Regenzeit im Süden von Mexiko. Doch bis auf einen kurzen Schauer, der jeden Tag ganz pünktlich um 17 Uhr einsetzt, merken wir davon gar nichts. In Merida – unserem ersten Stop in Yucatan – ist es schon morgens um zehn Uhr richtig heiß. Und im Lauf des Tages steigt das  Thermometer auf tropisch heiße und schwüle 42 Grad an. Gar nicht so leicht, sich bei dieser Hitze die Stadt anzuschauen oder gar die berühmten Maya-Ruinen in der Nähe… Zum Glück gibt es Pola, den Eisladen einer jungen Frau aus Polen, die seit einigen Jahren in Merida lebt. Hier könnte offenbar nicht nur ich für ein Eis sterben: Ansonsten gehen wir die Tage hier ziemlich langsam an. Wir genießen unsere kleine Wohnung in der Innenstadt, die ziemlich schnuckelig ist – aber sehr rosa, und nicht gerade winddurchflutet. An den Nachmittagen lassen wir uns ganz ohne Plan einfach durch die Straßen rund um die Plaza treiben: Und so richtig zum Leben erwacht die Stadt eh erst am Abend. Bei immer noch 25 Grad lässt es sich dann ganz gut aushalten, …

Nahaufnahme:
Indigene Frauen in Bolivien und Peru

Knapp sieben Wochen waren wir nun in Bolivien und Peru unterwegs. Wir sind durch die Anden gefahren; haben uns Machu Picchu, den Titicaca-See und die Nasca-Linien in Peru und den Salar de Uyuni in Bolivien angeschaut; haben das Stadtleben in Sucre, La Paz, Cusco, Arequipa und Lima erkundet – und haben überall indigene Frauen in ihren bunten und sehr besonderen Trachten gesehen. Bolivien und Peru sind die beiden Länder Südamerikas mit dem höchsten Anteil indigener Bevölkerung. Allein in Bolivien leben 37 anerkannte indigene Völker – und leider sind sie meist auch der ärmste Teil der Bevölkerung. Vor allem die Frauen sind deshalb in den Touristenzentren unterwegs und bieten bunte Mützen, warme Schals und kleines Spielzeug an – oder haben ein Alpaka dabei, um sich gegen Geld mit Tier und Tourist fotografieren zu lassen. Ich fühle mich unwohl bei dieser Aktion und zahle auch nur einmal für das „klassische“ Frau-mit-Alpaka-Bild. Bunte Pracht Gleichzeitig fasziniert mich die Kleidung der Frauen und der Stolz, mit der sie ihre Tracht tragen. Sie besteht aus vielen Schichten von Röcken – bis zu zehn Unterröcke und …

Geheimnisvolle Linien in der Wüste

Vielleicht habt Ihr es ja am Wochenende schon in der Zeitung gelesen: Für die Reise-Seite der Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung habe ich auch in Peru wieder einen Leserwunsch erfüllt. Lohnt sich der Flug? Annette Bausewein, die im August mit ihrem Mann für zwei Wochen nach Peru reist, wollte wissen „Lohnt sich der Flug über dieses Wüstengebiet oder kann man auch von den Aussichtstürmen die Figuren erkennen?“ Das Ergebnis findet Ihr auf der online-Reise-Seite der Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung. Und hier gibt es schon mal eine kleine Diashow vom Flug über die Linien und vom Besuch einer anderen archäologischen Stätte in der Nähe von Nasca: Neue Wünsche sind gefragt Gestern sind wir übrigens in Mexiko angekommen und bereisen hier einen Monat lang Yucatan und Chiapas. Auch hier erfülle ich gerne wieder einen Wunsch oder berichte für Euch über ein bestimmtes Thema. Bitte schickt Eure Ideen bis zum 2. Juli direkt an magazinaktion@pressenetz.de

Goldene Masken und erotische Figuren

Die Familiengeschichte liest sich wie ein Roman von Gabriel García Marquez oder – weil wir in Peru sind – von Mario Vargas Llosa. Ein 25-Jähriger beschließt, Kunst zu sammeln, trägt im Laufe seines Lebens mehr als 45.000 Stücke zusammen und stellt sie in einem wunderschönen privaten Museum in Lima aus. Wir waren gestern dort zu Besuch und sind immer noch begeistert vom Museum Larco in Lima. Fast eine Dreiviertelstunde dauert unsere Fahrt mit dem Taxi aus der Innenstadt zum „Museo Arqueológico Rafael Larco Herrera“. So bekommen wir gleich einiges vom Leben in der peruanischen Hauptstadt mit. Von den völlig überlasteten Straßen, von einem Großbrand im Zentrum der Stadt, von den Straßen in den besseren Vierteln, in denen die Mittelklasse wohnt. Und dann kommen wir vor einem großen weißen Gebäude an, das über und über mit roten, pinken und orangen Bougainvilleas bewachsen ist. Wir treten durch das schmiedeeiserne und sehr gut bewachte Tor ein und befinden uns in einer Oase der Ruhe und der Schönheit in dieser Neun-Millionen-Metropole. Stilvolles Cafe Das Haus ist schön, der Garten ebenso – und natürlich auch das Museumscafe. …

Auf den Spuren der Inkas

Cusco im Süden Perus. Wir sehen die Silhouette einer schönen, fast mediterran anmutenden Stadt, erbaut im spanischen Kolonialstil. Überall macht- und prachtvolle barocke Kirchen, allen voran die riesige Kathedrale an der Plaza de Armas. Darum das Häusermeer mit den typischen Atriumhäusern. In den Straßen quirliges Leben. Nahezu nichts erinnert baulich daran, dass dies einstmals die Hauptstadt des riesigen Inkareiches war und für die damaligen Menschen der Mittelpunkt der Welt. Die goldgierigen Spanier eroberten Anfang des 16. Jahrhunderts im Auftrag der Krone und im Zeichen des Kreuzes nahezu im Handumdrehen das Inkareich. Sie raubten, mordeten oder versklavten die Einwohner und löschten bewusst alles aus, was diese erschaffen hatten. Nichts sollte mehr an die Inkas, ihre Kulturleistungen und ihren Glauben erinnern. Bittere Ironie der Geschichte: Es waren die Inkas selbst, die etwa 300 Jahre lang andere Völker wie die Nasca, die Mochica und die Huari unterworfen und jegliche Erinnerung an deren hochstehende Kulturen unterdrückt hatten. Die Sieger schreiben ihre Geschichte eben stets aus ihrer Perspektive. Peru und sein reiches Erbe Doch beiden Eroberern, weder den Inkas noch …