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„Dreizehn Stunden“ von Deon Meyer

Es ist schon komisch: Ich liege spätabends in der Campstreet in Kapstadt auf dem Bett und lese – und die Handlung des spannenden Thrillers „Dreizehn Stunden“ von Deon Meyer spielt direkt vor unserer Haustür. Zwei Morde passieren – natürlich nur im Buch – in Gardens, also dem Stadtteil, in dem wir seit drei Wochen wohnen und uns so wohlfühlen. Und das fiktive Drama nimmt seinen Lauf in einer Bar, die beim richtigen Namen genannt wird und nur 100 Meter Luftlinie von uns entfernt ist.

Was nimmt mich daran so mit? Ganz einfach: Die Frage, ob ich der jungen Frau geholfen hätte, wenn sie mich morgens um vier auf der Straße getroffen und um Hilfe gebeten hätte.

Doch zunächst zur Geschichte: Die junge amerikanische Rucksacktouristin Erin wird tot in Gardens aufgefunden, und ihre Freundin Rachel ist auf der Flucht vor den Tätern, die auch hinter ihr her sind. Sie rennt und rennt, die Klof Street hoch, die Campstreet (!) entlang, die Straße zum Tafelberg hinauf – und ganze zwei Mal hat sie das Glück, auf jemanden zu treffen. Doch was passiert? Niemand hilft ihr, denn es ist nachts, sie sieht nicht gerade gepflegt aus – und natürlich könnte die Situation auch eine Falle sein. Sie versucht, in ein Haus zu kommen, doch natürlich sind im Buch – wie in der Realität – die schönen Häuser in dieser Gegend absolut gesichert: Mit hohen Mauern und Stacheldrahtzaun, und garantiert öffnet hier niemand im Morgengrauen die Tür. Ich schätze also, auch ich hätte weder geholfen noch die Tür aufgemacht. Vielleicht die Polizei informiert – hoffe ich.

Realistisch, dramatisch, spannend und atemlos ist dieser Krimi des Autors Deon Meyer geschrieben. Sein Inspektor Griessel ist etwas kaputt – das müssen Kommissare offenbar sein – aber trotzdem sehr sympathisch. Und ganz nebenbei habe ich beim Lesen eine Menge über die Politik und den Alltag in der Stadt am Kap erfahren. Nicht ohne Grund ist meiner Meinung nach Meyer der erfolgreichste Krimiautor Südafrikas.

Ach übrigens: Das Buch habe ich in der deutschen Buchhandlung Naumann in Kapstadt gekauft, die ist gleich um die Ecke der Campstreet. Wäre die junge Frau im Krimi eine Deutsche, käme sicherlich auch diese Buchhandlung vor…

Deon Meyer: Dreizehn Stunden. Aufbau-Taschenbuch-Verlag, Berlin 2014.

4 Kommentare

  1. Helga Zach sagt

    Hallo Weltreisende, danke für Deine Karte aus Kapstadt-hab mich gefreut. Das Buch werde ich mir auch kaufen – in Lichtenfels natürlich. Danke auch für Eure Berichte und Bilder, ich verfolge alles mit viel Interesse – Du weißt ja – Markus„ Traum nach Afrika zu gehen. Weiterhin Dir und Deinem Mann alles Gute, Helga

    • Die Crew sagt

      Liebe Helga,
      freut mich, von Dir zu hören. Das Buch ist wirklich toll – und Kapstadt gefällt uns nach wie vor ganz besonders gut. Bin seit heute mit meiner Freundin auf der Garden Route unterwegs, die erste Station ist auch schon sehr schön und vielversprechend. Liebe Grüße

    • Die Crew sagt

      Ja, kann ich wirklich sehr empfehlen. Ich kauf mir auch noch einen weiteren Fall. Wird dann wohl für lange Zeit das letzte deutsche Buch sein. Will aber eh endlich mal englische Bücher lesen…

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