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Kleiner Camper, große Freiheit: Unser Roadtrip von Melbourne nach Sydney

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Klein und kuschelig – so ist unser Camper, den wir über eine deutsche Agentur gemietet haben, um von Melbourne nach Sydney zu fahren. Für die knapp 1.000 Kilometer lange Strecke nehmen wir uns zwei Wochen Zeit. Andere machen das in vier oder fünf Tagen, aber wir wollen Umwege nehmen, überall anhalten, wo es uns gefällt – ein, zwei oder noch mehr Nächte an schönen Orten bleiben. Kurzum: Wir wollen die Freiheit des Camperlebens genießen.

Der Einstieg ist erstmal etwas mühsam. Von unserem schönen Apartment in St. Kilda aus müssen wir genau ans andere Ende von Melbourne fahren, um unseren gebuchten Wagen abzuholen. Nach knapp zwei Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln und uber sind wir endlich da – und müssen dann nochmal zwei Stunden warten bis wir an der Reihe sind. Es ist also schon Nachmittag als wir endlich loskommen, und wir sind froh, dass wir uns für diesen Tag keine lange Strecke vorgenommen haben.

So sieht unser Camper aus (links) – und so bloggt es sich im Auto (rechts):

Start in die falsche Richtung

Am ersten Tag fahren wir nur knapp 80 Kilometer von Melbourne Richtung Westen – und damit eigentlich in die falsche Richtung. Sydney liegt nordöstlich von Melbourne, doch südwestlich wartet die berühmte Great Ocean Road auf uns. Und wegen der spektakulären Landschaft ist uns das diesen großen Umweg wert. Dass es sich gelohnt hat, könnt Ihr in unserem Beitrag „Spektakuläre Küste: Great Ocean Road und Twelve Apostles“ nachlesen.

Blick auf die Twelve Apostles:

Nach drei Tagen auf der schönen, aber vielbefahrenen Route, nehmen wir durchs Landesinnere den Weg zurück nach Melbourne, durchqueren die Stadt auf dem toll way und peilen nun tatsächlich die Fahrt nach Sydney entlang der Ostküste an.

Campen in freier Natur

Erste Station an der Ostküste ist ein wilder Campingplatz am Ninety Miles Beach direkt hinter den Dünen. Dank der App WikiCamps Australia wissen wir, dass es hier in der freien Natur einen Platz gibt, auf dem das Übernachten mit Zelt oder Campingbus erlaubt ist. Solche Plätze gibt es in Australien immer wieder, man muss sie aber finden. An diesem Abend haben wir Glück und entdecken die schöne Stelle, an der wir übernachten können. Um die Ecke steht ein junges australisches Surfer-Paar mit einem Kombi, wir sind also nicht ganz allein, was uns in dieser ersten Nacht des Campens in freier Natur ganz recht ist…

Stellplatz mit Strom und Dusche

In der nächsten Nacht suchen wir uns dann einen der vielen Campingplätze mit Strom und Dusche. Unser Camper ist nämlich so klein, dass wir keine eigene Dusche haben, sondern nur darin schlafen und kochen können. Und jeden zweiten Tag muss der Wagen über Nacht an’s Netz, damit sich der Akku für den Kühlschrank wieder aufladen kann. Ist alles ganz ähnlich wie beim Segeln – was wir ja schon deutlich öfter gemacht haben als Campen.

Die festen Campingplätze kosten zwischen 25 und 35 Euro pro Nacht und sind durchaus unterschiedlich. Gut ausgestattet mit Grillplätzen, Waschmaschine, Kinderspielplatz und Pool sind die Ferienparks von drei großen Ketten. Wir meiden sie aber, weil es uns dort zu steril ist und das Gefühl von „wir sind in der Natur unterwegs“ hier so gar nicht aufkommen mag. Wohl fühlen wir uns auf Plätzen wie dem Mallacoota Foreshore Holiday Park, wo wir einen schönen Stellplatz direkt an der Lagune haben. Vor uns ein Steg zum Wasser, auf dem ziemlich große Pelikane stehen, hinter uns der Campingplatz mit Waschraum und heißer Dusche. Hier ist es ein Genuss, im Auto ein paar Nudeln mit Soße zu kochen und die dann vor dem Wagen am Campingtisch mit Blick aufs Meer und einem Gläschen Wein zu vertilgen.

Campen an der Lagune – und direkt am Ufer sitzt ein ziemlich großer Pelikan: 

Die richtige Mischung macht es aus

In den zwei Wochen, die wir unterwegs sind, wechseln wir zwischen festen und wilden Campingplätzen. Auf beiden lernen wir tolle Menschen kennen, zum Beispiel Frank und Jane, die im heißen Brisbane leben – mehr als zwanzig Jahre davon übrigens auf einem Segelboot, wie sie uns erzählen – und nun nach Süden gefahren sind, um ein wenig kühle Luft abzubekommen. Auf dem einfachen aber wunderschönen Mystery Bay Campground sind sie unsere Nachbarn und setzen sich mit Gitarre zu uns, so dass wir in den Genuss von entspanntem Frühstücksblues kommen.

Morgenmusik auf dem Mystery Bay Campground in der Nähe des netten Städtchens Tilba Tilba:

Auf manchen Plätzen sehen wir auch hautnah wilde Tiere, zum Beispiel Wombats auf der Beendela Recreation Area im Kangaroo ValleyUnsere Tierbilder gibt es im Beitrag „Wo die wilden Wombats wohnen“.

Warnung vor Wombats – und Sonntagsmarkt im nahegelegnen Ort Kangaroo Valley Village:

Grandiose Natur in den Blue Mountains

Von allen Übernachtungsplätzen aus sind wir in wenigen Minuten in grandioser Natur. Zum Beispiel von Katoomba aus im Nationalpark Blue Mountains, der in großen Teilen von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde und sich rund 50 bis 100 Kilometer nordwestlich von Sydney ausdehnt.

Blick auf die Blue Mountains:

In dieser Region mit ihren Canyons, Sandsteinformationen, Eukalyptuswäldern und Wasserfällen verbringen wir gleich drei Nächte und machen jeden Tag eine kleine Wanderung – zur berühmten Felsformation Three Sisters, zum Wasserfall Katoomba Falls und zur steilsten Standseilbahn der Welt in der Scenic World. Danach gibt es dann meist noch einen Kaffee im süßen kleinen Städtchen Leura.

Die Three Sisters und wir in den Blue Mountains:

Und vor einer Wandertafel in den Blue Mountains lernen wir auch Peter Schneekloth kennen, der uns spontan zum Konzert von Jose Carreras  nach Sydney einlädt.

Hafen, Oper und Buchten in Sydney

Vier Tage haben wir am Ende unserer Reise noch für Sydney. Den Campervan geben wir gleich nach der Ankunft ab und übernachten in der sehr charmanten Pension Brickfield Hill im angesagten Stadtteil Surry Hills. Von hier aus erkunden wir zu Fuß, mit dem Bus und mit der Fähre die Stadt. Und ganz egal ob Darling Harbour, Opernhaus, Harbour Bridge, Botanischer Garten oder eine der vorgelagerten Inseln mit ihren schönen Buchten – die australische Metropole ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Mein Darling am Darling Harbour:

Harbour Bridge und Opernhaus:

Hafensituationen:

Botanischer Garten:

State Library:


Stadtteil Surrey Hill:

 

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