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Mayas und Moskitos

Ehrlich gesagt, haben wir nach einem Monat genug! Genug von den Maya-Ruinen, die es hier in Yucatan auf Schritt und Tritt gibt. Genug von der brütenden Hitze und den allgegenwärtigen Moskitos. Genug auch von den Touristenmassen, die in hellen Scharen durch die Maya-Sehenswürdigkeiten drängen – wenn  diese von den Badeorten an der Karibikküste aus gut erreichbar sind. Und von den aufdringlichen Souvenirverkäufern, die uns ihren immer gleichen Kitsch mit dem immer gleichen Spruch anbieten: „Hola amigos! Best price!“ Natürlich waren wir dennoch begeistert von Chichen Itza, Itzamal, Uxmal, Edzna, Palenque, Yaxchilán und Tulum. Doch gestern war der Tag, an dem wir beschlossen, dass eine in der Nähe liegende Maya-Stätte auch gut ohne uns auskommen kann. Kein Zweifel: Eine Begeisterungsflaute hatte uns erreicht.

Dabei hatten wir uns extra ein Auto gemietet, um die Halbinsel Yucatan samt dem Bergland von Chiapas auf den Spuren der Mayas zu bereisen und dabei auch entlegenere Orte aufzusuchen. Um der glühenden Hitze des Tieflands und den Touristenmassen zu entgehen, waren wir stets früh aufgestanden – und wurden nicht enttäuscht. Wir staunten über wunderschön angelegte Mayastädte und Tempelbezirke mit eindrucksvollen Pyramiden, Palästen und Observatorien. Wir sahen ausdrucksstarke, äußerst kunstvolle Reliefs und prächtige Säulengalerien. Und wir sahen mystische Orte wie das abgeschieden gelegene Yaxchilan am Grenzfluss zwischen Mexiko und Guatemala, das nur nach einer längeren Bootsfahrt zu erreichen ist.

Mitten im Dschungel: Yaxchilan

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Im Morgennebel waren wir zusammen mit einem mexikanischen Paar nach Yaxchilan aufgebrochen. Schon die Bootsfahrt entlang des dichten Regenwalds war ein Erlebnis, und in der Ruinenstadt waren wir dann tatsächlich die ersten und hatten sie sozusagen ganz für uns. Dazu als „Begleitmusik“ die durchaus unheimlichen, den Urwald durchdringenden Schreie der Brüllaffen. Auf der Rückfahrt gab uns noch ein Flusskrokodil die Ehre, und wir bekamen in den Wipfeln riesiger Bäume Brüllaffen zu Gesicht. Yaxchilan war zweifelsohne ein Höhepunkt unserer Reise durch das Land der Mayas.

Von Pyramiden und Vorurteilen

Berühmt sind die Mayas vor allem für ihre Stufenpyramiden – die den ägyptischen nicht unähnlich sehen. Was einige frühe Archäologen zu der Überzeugung brachte, dass die Pyramiden in Mexiko wohl von den Ägyptern errichtet worden sein mussten. So absurd diese Annahme war, so viel sagt sie doch (auch heute noch) über Wissenschaftler und ihre Vorurteile aus. Das scheint durchaus typisch für die westlich-überhebliche Perspektive mancher frühen Ausgräber, die den „Eingeborenen und deren Vorfahren“ solche Bauwerke schlicht nicht zutrauten. Dabei hatten die Mayas in ihrer Blütezeit in Stadtstaaten mit teilweise über 10.000 Einwohnern gelebt, die damit größer waren als die meisten Städte des damaligen Mitteleuropas… Zum Beispiel in Uxmal:

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Ballspiel mit tödlichem Ausgang

Berühmt sind die Mayas aber auch für ihre Observatorien, die hoch entwickelte Mathematik und Astronomie, ihren ausgefeilten Kalender, ihre Schrift (bis dahin die einzige in Amerika) – und ihre Ballspiele. In Chichen Itza bekommt man davon einen besonders guten Eindruck: Das große, längliche Spielfeld wird längsseits von hohen Begrenzungsmauern gesäumt, an denen jeweils ein großer steinerner Ring in beachtlicher Höhe angebracht ist. Zwei Mannschaften kämpften darum, einen schweren Ball so oft wie möglich durch eine der Ringe zu bugsieren. Mit Fußball, Rugby oder Basketball moderner Prägung hatte das Spiel wohl nur insofern etwas zu tun, dass es eine noch höhere rituelle und, ja, religiöse Bedeutung hatte. Doch Vorsicht! Die Reliefs darunter zeigen, was dem Verliererteam – oder dessen Spielführer – blühte: ihm wurde vom Sieger hernach der Kopf abgeschnitten. Zum Beispiel in Chichén Itzá:

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Das rätselhafte Verschwinden der Maya-Kultur

Als die Spanier kamen, waren viele der Maya-Stätten bereits vor langer Zeit aufgegeben, verlassen und dann vergessen worden. Was auch hier die Spanier nicht daran hinderte, die noch sichtbaren Reste dieser Hochkultur buchstäblich platt zu machen. In Itzamal besuchten wir ein riesiges Kloster, das im 16. Jahrhundert komplett auf der Grundform einer Pyramide errichtet wurde. Der Kollaps der klassischen Maya-Kultur im 9. Jahrhundert gilt als eines der großen Rätsel der Geschichte. Warum und woran gingen die Maya-Kulturen innerhalb kurzer Zeit unter? Maya-Forscher neigen zu unterschiedlichsten Hypothesen. Als die wahrscheinlichste gilt derzeit wohl eine von den Menschen mit verursachte regionale Klimakatastrophe (Dürreperioden, die durch extensive Rodungen/Abholzungen noch verstärkt wurden) sowie eine Erschöpfung der landwirtschaftlich genutzten Böden – bei ständig steigenden Bevölkerungszahlen. Wie es scheint, sind die Mayas an ihrem Erfolg und dem damit einhergehenden Raubbau der Natur zugrunde gegangen. Aktuelle Bezüge zum Verhältnis Mensch-Umwelt im 21. Jahrhundert sind wohl nicht zu übersehen.

Übrigens: Im Gegensatz zu anderen Hochkulturen existieren die Maya-Nachfahren noch heute und leben vor allem in Mexiko und Guatemala, meist in abgeschieden Gegenden. Sie sprechen nach wie vor ihre eigenen Maya-Sprachen und versuchen trotz aller Einflüsse der Moderne, ihre kulturellen Wurzeln und Traditionen zu bewahren. Wie die Lacandonen-Indianer, über die wir schon kurz in dem Beitrag „Was für ein Paar“ berichtet hatten.

Und hier noch Diashows von unseren anderen Besuchen:

Edzna:

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Palenque:

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Tulum:

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2 Kommentare

  1. Douglas Phillips sagt

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