Alle Artikel mit dem Schlagwort: Australien

„Brickfield Hill“ in Sydney

In Sydney ein Hotel zu finden, ist gar nicht so leicht. Zumindest, wenn man nicht unbedingt 300 Euro aufwärts für ein Doppelzimmer ohne Frühstück ausgeben mag. Ich suchte also wirklich lange im Internet und wurde mal außerhalb von booking und airbnb fündig. Die kleine Pension „Brickfield Hill“ hat eine eigene Website und bietet vier Zimmer für Gäste an.  Unsere letzten vier Nächte in Australien verbrachten wir also im „Brickfield Hill“ in Sydney, einem viktorianischen Haus aus den 1880er (!) Jahren. Es wurde behutsam, liebevoll und originalgetreu renoviert und wirkt auf eine sehr charmante Art altertümlich. Dicke Perserteppiche und  viktorianische Möbel sorgen für authentisches Flair. Ein Raum in zartem Lila Wir wohnten im „Lavender Room“ im vierten Stock, der – wie der Name schon sagt –  in einem zarten Lila gestrichen ist, und neben einem viktorianischen Bett auch mit einer Original Chaise Longue aus dieser Zeit ausgestattet ist. Zudem ist das Zimmer das sonnigste im Haus. Ebenfalls originalgetreu ist allerdings auch, dass der Raum kein eigenes Badezimmer hat, sondern die Gäste aus drei Zimmern sich ein Etagenbad teilen. Da es immer schön sauber war, hat uns das nichts ausgemacht. Wir …

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Kleiner Camper, große Freiheit: Unser Roadtrip von Melbourne nach Sydney

Klein und kuschelig – so ist unser Camper, den wir über eine deutsche Agentur gemietet haben, um von Melbourne nach Sydney zu fahren. Für die knapp 1.000 Kilometer lange Strecke nehmen wir uns zwei Wochen Zeit. Andere machen das in vier oder fünf Tagen, aber wir wollen Umwege nehmen, überall anhalten, wo es uns gefällt – ein, zwei oder noch mehr Nächte an schönen Orten bleiben. Kurzum: Wir wollen die Freiheit des Camperlebens genießen. Der Einstieg ist erstmal etwas mühsam. Von unserem schönen Apartment in St. Kilda aus müssen wir genau ans andere Ende von Melbourne fahren, um unseren gebuchten Wagen abzuholen. Nach knapp zwei Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln und uber sind wir endlich da – und müssen dann nochmal zwei Stunden warten bis wir an der Reihe sind. Es ist also schon Nachmittag als wir endlich loskommen, und wir sind froh, dass wir uns für diesen Tag keine lange Strecke vorgenommen haben. So sieht unser Camper aus (links) – und so bloggt es sich im Auto (rechts): Start in die falsche Richtung Am ersten Tag fahren wir nur knapp 80 Kilometer von Melbourne …

Frühstücks-Blues und große Oper

Zwei Orte, zwei Zufälle, zweimal wundervolle Musik! Das eine Mal Blues zum Camper-Frühstück an der Mystery Bay an der wilden Küste von New South Wales. Das andere Mal eine Operngala im neuen ICC Sydney Theatre unmittelbar am Darling Harbour im Stadtzentrum. Vor etwa einer Woche lauschten wir Frank aus Brisbane, einem sympathischen Blues-und-Folk-Sänger mit seiner Gitarre. Und gestern Abend José Carreras, dem weltberühmten katalanischen Tenor, der zur Zeit auf seiner Welt-Abschiedstour „A Life in Music“ ist. So unterschiedlich beide Erlebnisse, die Orte und die Akteure waren, so ist ihnen doch eines gemeinsam: Musik bringt Menschen zusammen! Wie kam’s dazu? Frank Stoové und seine Frau Jane lernten wir als Nachbarn auf einem sehr einfachen, aber wunderschön gelegenen Campground kennen. Frank spielte abends und morgens fleißig auf seiner Gitarre, und Elke meinte, er erinnere sie ein wenig an Eric Clapton… Bluesmusik vor dem Campervan Ich sprach ihn morgens darauf an – und nach kurzer Zeit saßen alle vor unserem Camper und wir bekamen Kostproben aus seinem Repertoire zu hören, verbunden mit guten Gesprächen und heißem Kaffee. Dabei stellte sich …

„Frühstück mit Kängurus“ von Bill Bryson

Weder der Name des Autors (ein US-Bestsellerautor, oh mein Gott!;-) noch der deutsche Titel klingen vielversprechend. Eines von vielen seichten Reisebüchern, könnte man denken. Und dennoch habe ich Bryson’s Buch mit großem Vergnügen gelesen. Warum? Nun, Bryson hat sich auf zahlreichen Reisen durch Australien und durch sorgfältige Recherchen, darunter auch zu heiklen Themen, kundig gemacht, dies aber in sehr menschliche Geschichten verpackt. Er ist ein glänzender Erzähler, ausgestattet mit viel Witz und Ironie. Tatsächlich habe ich bei der Lektüre immer wieder lauthals über seinen skurrilen Humor gelacht. Und als Reise- und Wissenschaftsjournalist verkörpert er die angelsächsische Tugend, auch komplexe Sachverhalte unterhaltsam rüberzubringen. Die Originalausgabe erschien unter dem Titel „In a Sunburned Country“ und trifft es ebenso wenig, worum es in dem Buch geht. Er stellt nämlich gleich zu Beginn fest, wie ignorant der Rest der Welt mit Australien umgeht, wenn es den Kontinent auf Kängurus, Ayers Rock, das Great Barrier Reef, das Opera House von Sydney und AC/DC reduziert. Dann vielleicht noch die beliebten Horror-Geschichten über hochgiftige Spinnen und Schlangen, gefräßige Krokodile und Haie. Letztere …

Wo die wilden Wombats wohnen

In der Abenddämmerung kommen sie auf den Campingplatz und grasen friedlich vor sich hin. Rund herum stehen Touristen wie wir mit gezückten Kameras, um diesen besonderen Gast zu fotografieren: Wombats. Sie sind eine der vielen Tierarten, die es nur auf dem australischen Kontinent und sonst nirgends in der Welt gibt. Grasende Wombats Auf dem gelben Verkehrsschild, das vor „wildlife ahead“ warnt, sehen sie ein bisschen aus wie Hamster. In der Realität haben sie zwar durchaus die Form des putzigen Haustierchens, sind aber bis zu einem Meter (!) lang. Wombats sind völlig ungefährlich, wie uns unsere australischen Nachbarn am Campingplatz versichern. Die Tiere tauchen abends nur auf, um sich auf der Wiese satt zu fressen – und um nachts unter den Autos zu graben, deshalb werden sie auch „Bulldozer der Nacht“ genannt. Dank dieser aufwühlenden Arbeit kommt es schon mal vor, dass mitten in der Nacht der Campingbus wackelt. Zum Glück sind wir vorgewarnt und finden es deshalb ziemlich lustig. Dennoch beherzigen wir den weiteren Tipp unserer Nachbarn und gehen nachts nur mit Stirnlampe vor die Autotür, damit wir beim Gang auf die Toilette nicht über einen der vielen Wombats stolpern. …

Spektakuläre Küste:
Great Ocean Road und Twelve Apostles

Knapp 250 Kilometer ist sie lang und eine der meist befahrenen Strecken in ganz Australien: Die Great Ocean Road südwestlich von Melbourne. Auch wir machen uns mit unserem Campervan auf den Weg und sind insgesamt drei Tage an der Küste unterwegs. Landschaftlich spektakulär sind vor allem die berühmten Twelve Apostles, Felstürme an der Steilküste, die man sich allerdings mit Menschenmassen teilen muss. Denn an diesem Hot Spot sind natürlich sehr viele Busse mit sehr großen chinesischen Reisegruppen unterwegs… Hier unsere schönsten Bilder:

Alles kostenlos: Fünf Tipps für Melbourne und Umgebung

Australien ist sehr schön, aber richtig teuer. Deshalb musste ich ganz schön schmunzeln, als ich bei der besonderen Aktion eine E-Mail von Benedict Schlag bekam. Er schrieb: „Ich bin Student und könnte mir vorstellen im Rahmen meines Masterstudiums ein Auslandssemester in Melbourne zu verbringen. Als Student ist natürlich das Budget begrenzt, deshalb wäre mein Wunsch an dich, herauszufinden, welche tollen Sachen in Melbourne kostenlos sind.“ Also habe ich mich auf die Suche gemacht und stelle Euch fünf Aktivitäten in Melbourne und Umgebung vor, die kostenlos sind. Den Artikel findet Ihr auch auf der online-Reise-Seite der Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung.  Tipp 1: Straßenbahn fahren „Free Tram Zone“ ist die gesamte Innenstadt von Melbourne. Wer also ein Hotel oder Hostel im Zentrum hat, kann den ganzen Tag mit der Straßenbahn herumfahren und sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Herzen der Stadt anschauen. Einfach an der Flinders Street Station oder am Federation Square starten und zum Museum, zur State Library, zum Hafen oder zum Bummeln in der Fußgängerzone fahren. Besonders urig ist übrigens die „City Circle Tram“, eine historische Straßenbahn, die im Halbstundentakt an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbeifährt und sie …

Wer hat Angst vor Farbe?

Orange und rot sind schon immer meine Lieblingsfarben. Ich habe sie also bestimmt nicht, die Angst vor Farbe. Doch viele Menschen sind da eher zurückhaltend – und so fragt eine  aktuelle Ausstellung der National Gallery of Victoria, die in der Ian Potter Gallery im Zentrum von Melbourne zu sehen ist:  „Who´s afraid of Colour?“. Gezeigt werden ausschließlich Werke von Aborigines-Künstlerinnen – farbenfroh, inspirierend und faszinierend. Malereien der Aborigines, der australischen Ureinwohnerinnen und -einwohner, gibt es der Wissenschaft zu Folge schon seit rund 40.000 Jahren. Damit sind sie die älteste erhaltene Kunsttradition der Welt, die heute noch besteht. Da die Kultur der Aborigines ohne eigene Schrift auskommt, mussten die Menschen seit jeher ihre Traditionen anders weitergeben: in Erzählungen, in Liedern oder durch Malerei. Von der Höhlenmalerei und Baumrinden-Schnitzereien bis zur heutigen modernen – und oft auch sehr farbenfrohen – Kunst, die es überall in Australien zu kaufen gibt. Mehr darüber erfahrt Ihr zum Beispiel in einem tollen Interview bei Deutschlandradio Kultur oder in einem Artikel von WeltN24. Zeitgenössische Künstlerinnen Die Ausstellung in Melbourne versammelt Werke von zeitgenössischen Künstlerinnen der Aborigines-Kultur, die noch nie zuvor zusammen gezeigt wurden. Die Frauen leben in sehr unterschiedlichen Kontexten – vom Outback …

„sunny 2 storey warehouse“ in Melbourne

In Melbourne passt alles: die Stadt, unser Stadtteil und unsere Wohnung. Wieder einmal sind wir bei airbnb fündig geworden und haben für einen ganzen Monat unser Zuhause auf Zeit gemietet. In der Dukestreet 1 im lebendigen Stadtteil St. Kilda liegt das kleine Appartement, das in der Anzeige als „sunny 2 storey warehouse conversion“ bezeichnet wird. Das heißt, die kleine Wohnung geht über zwei Stockwerke: Auf der einen Ebene ist der Wohn-Ess-Koch-Badezimmer-Bereich mit einer Küchenzeile, einem Tisch mit drei Stühlen, einem Sofa, einem klitzekleinen Bad und einem ebenso kleinen Balkon. Und ein Stockwerk tiefer liegt – durch eine schwarze Wendeltreppe zugänglich –  das Schlafzimmer. Auch das ist gerade einmal so groß, dass ein Bett und ein Schrank genau hineinpassen. Aber was brauchen wir mehr? Wir fühlen uns hier sehr wohl! Nette Cafés gleich um die Ecke In unserer Straße und unserem Viertel gibt es viele nette kleine Cafés, zwei gute Supermärkte zum Einkaufen – denn hier kochen wir endlich wieder selbst – eine moderne Bücherei und gleich zwei Straßenbahnhaltestellen. Mit der Tram sind wir in einer halben Stunde in der Innenstadt von Melbourne. Und in nur fünf Minuten sind wir mit der Straßenbahn am …

Australian Open 2017: Die Federer-Festspiele

Aktualisiert am 29. Januar 2017 mit Bildern des Turniergewinners Roger Federer (in der Mitte des Artikels). Wir waren mit unseren Ground Pass beim Public Viewing im Gelände der Australian Open. Und nach der Siegerehrung in der Rod Laver Arena zeigte der Champion seinen Pokal auch den Fans, die keine Karten für das Endspiel hatten. Was für ein Erlebnis! Ich bin mit Björn Borg groß geworden, dem schwedischen Tennishelden der 70er Jahre.  Vermutlich hat er mich zum Tennisspiel animiert. Sein besonderer Spielstil (er galt als Revolutionär des Tennis), vielleicht aber mehr noch seine lange blonde Mähne haben mich – der Zeitgeist lässt grüßen –  für ihn eingenommen. Mit dem konnte ich mich identifizieren! Lange blonde Haare hatte ich damals auch. Damit enden aber auch schon die Gemeinsamkeiten. Während mein Tennis nie über die Kreisklasse hinauskam, gewann er sage und schreibe elf Grand Slam Titel, darunter mehrmals die Australian Open. Neben dem Tennismekka Wimbledon waren es genau diese Australian Open in Melbourne, die für mich damals eine Art Mythos waren. Einmal dorthin fahren und live dabei sein – das wär’s! Nun hat’s also geklappt, endlich! …