aktuelle Reisenotizen, Afrika
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„Uber is the future“

… so die Antwort eines Uber-Fahrers auf meine kritische Fragen nach den Vor- und Nachteilen des digital gesteuerten Fahrdienstes. In Deutschland wird Uber ja sehr kritisch gesehen und ist (noch?) verboten. Hier in Kapstadt wie überall in Südafrika ist Uber ein alltägliches, weit verbreitetes Transportmittel. Auch wir nutzen es fast schon selbstverständlich. Dumm nur, dass ich gestern meine Lesebrille bei einer Fahrt im Auto liegen gelassen habe.

Zurück zu den Fragen: Das Taxi-Gewerbe kommt natürlich mächtig unter Druck. Allerdings hat das in Kapstadt ohnehin keinen guten Ruf – zu teuer, mafiöse Strukturen. Die Vorteile sind schnell aufgezählt: günstig, schnell, zuverlässig. Das Ist in einer Stadt, die kaum ein vernünftig ausgebautes Nahverkehrssystem hat, eminent wichtig. Für Fahrer wie Nutzer ist Uber zudem deutlich sicherer, da ja beide Seiten Name und Kontaktdaten haben! Ein weiterer Grund für uns, Uber zu nutzen, ist der Kontakt zu den netten Fahrern – aus dem Kongo, aus Kamerun, Zimbabwe, Mozambique, Malawi, Äthiopien. Interessanterweise scheint es speziell für Immigranten aus ganz Afrika attraktiv zu sein, für Uber zu fahren. Sie haben uns freimütig Auskunft gegeben über ihre Sicht der Dinge. Das Wichtigste ist für sie – neben der Sicherheit – natürlich das Einkommen, und das sei für sie vergleichsweise gut. Kein Wunder, dass es hier mittlerweile schon 5.000 Uber-Fahrer geben soll.

Heute haben wir unsere Freundin Heike vom Flughafen abgeholt – natürlich wieder mit Uber. Und, ach ja, meine Brille habe ich auch wieder bekommen. Über eine spezielle Suchfunktion fand ich José, unseren Fahrer von gestern, der mir vorhin meine Brille vorbeibrachte….

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  1. Matthias sagt

    … auch in Asien ist Uber eine tolle Sache. Bei uns in Manila ist Uber nicht mehr nur „future“ sondern hat sich hier zu einer sehr angenehmen Alternative zur normalen Taxifahrt entwickelt. Da es in Manila keinen effektiven und effizienten ÖPNV gibt, ist man sehr oft mit einem der günstigen Taxis unterwegs. Besonders zu Stoßzeiten kommt es aber nicht selten vor, dass man einfach kein Taxi bekommt, oder der Taxifahrer wg. Staus und daraus resultierenden Gewinneinbußen einen in den einen oder anderen Stadtteil einfach nicht mitnehmen will, was manchmal, z.B. bei einem nahenden Flug auf dem Weg zum Flughafen den Adrenalinspiegel etwas in die Höhe treiben kann. Während man also auf das Taxi lange warten und ggf. sogar um eines bangen muss, ist dieses – wenn es denn kommt – meist dreckig, gilt als unsicher und der Fahrer schon manchmal angsteinflößend übermüdet und das „Pricing“ undurchschaubar („100 Peso extra Sir!“) und dann fast immer ohne Wechselgeld… Uber hat hier einfach ein sehr ansprechendes Angebot vorgelegt: einfach eine App herunterladen und dann geht’s los: effiziente Abholung, transparenter Preis, saubere Autos, verlässliche und freundliche Fahrer, Bewertungssystem, Zahlung auf den Cent genau – einfach per App und Kreditkarte… Zwar leicht teurer als normale Taxis, hat Uber hier für uns dennoch das bessere Angebot… Aus hiesiger Sicht erscheint es fast unverständlich, dass man dieses kundenfreundliches Modell andernorts staatlich verbietet..

    Eine interessante Info am Rande: Laut unseren Uber-Fahrern hier in Manila, gehen ca. 20% des Fahrtpreises an Uber. Wie viel Geld hiermit verdient wird, kann man sich ausmalen…

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