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„Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ von Benno Martin

Zweieinhalb Jahre Kampf ums Überleben in der Wüste. Zwei deutsche Geologen, die sich seit 1935 zu Forschungszwecken in Namibia aufhalten, verstecken sich 1940 in einem abgelegenen Canyongebiet, um der Internierung durch die südafrikanische Mandatsmacht zu entgehen. In seinem packend geschriebenen Buch beschreibt Benno Martin, wie er, sein Freund und Kollege Hermann Korn und Otto, ihr Hund, in einer extrem menschenfeindlichen Umgebung tagtäglich ums Überleben kämpfen, aber auch, wie sehr sie an dieser Herausforderung wachsen. Gleichzeitig, und das macht dieses Buch wirklich lesenswert, reflektieren sie ihre Situation als „Aussteiger“ zivilisationskritisch: Während Nazi-Deutschland Europa überfällt und brutal unterwirft (was sie von Zeit zu Zeit im Radio verfolgen können), fragen sie sich aus der Sicht unfreiwilliger „Buschmänner“, wie weit es Europa mit seiner Kultur und Zivilisation gebracht hat.

Sie können nur deshalb zweieinhalb Jahre im Kuiseb-Canyon überleben, weil sie als Geologen die Gegend schon gut kannten, aber auch, weil sie sich völlig an die Natur anpassten und von ihr lernten. Noch vor Kriegsende mussten sie aber aufgeben, da einer der beiden wegen Vitaminmangel schwer erkrankte. Schlussendlich wurden beide angesehene Professoren für Geologie.

Auch wenn es sprachlich mitunter überladen wirkt und begrifflich der Kolonialzeit verhaftet ist (so ist, noch ganz im Südwester-Deutsch, die Rede von „Hottentotten“, wenn es um die San geht, also die älteste Bevölkerungsgruppe im südlichen Afrika), so ist es doch ein spannendes Abenteuerbuch. Vor allem aber macht es einem Namibia-Reisenden klar, wie sehr seine romantisch gestimmte Empfindung einer „wunderschönen, faszinierenden Wüstenlandschaft“  im Gegensatz steht zur Tatsache, dass es sich um eine extrem harte, lebensfeindliche Umwelt handelt. Vielleicht gerade deshalb ist das Buch in Namibia ein Bestseller geworden.

Benno Martin: Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste. Erschienen bei twoo books, 8. Auflage 2013

2 Kommentare

  1. Ursula Baumeister sagt

    Hallo Reisende!
    Wie schleppt ihr denn die Bùcher mit?
    Oder wird nur gelesen, was es auch als e-Book gibt?

    Viele Grüße Ulla

    • Die Crew sagt

      Das ist eine wichtige Frage, die wir uns vor der Reise auch gestellt haben. Nach langem Hin und Her haben wir uns beide einen tolino gekauft, fremdeln aber noch… Im Moment lesen wir noch „richtige“ Bücher, denn in Namibia gibt es zum Beispiel in Swakopmund eine deutsche Buchhandlung. Da haben wir gestern ganz schön zugeschlagen. Danach kommen dann aber sicher die eBooks.

Wir freuen uns über Eure Kommentare!

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