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Wer hat Angst vor Farbe?

Orange und rot sind schon immer meine Lieblingsfarben. Ich habe sie also bestimmt nicht, die Angst vor Farbe. Doch viele Menschen sind da eher zurückhaltend – und so fragt eine  aktuelle Ausstellung der National Gallery of Victoria, die in der Ian Potter Gallery im Zentrum von Melbourne zu sehen ist:  „Who´s afraid of Colour?“. Gezeigt werden ausschließlich Werke von Aborigines-Künstlerinnen – farbenfroh, inspirierend und faszinierend.

Malereien der Aborigines, der australischen Ureinwohnerinnen und -einwohner, gibt es der Wissenschaft zu Folge schon seit rund 40.000 Jahren. Damit sind sie die älteste erhaltene Kunsttradition der Welt, die heute noch besteht.

Da die Kultur der Aborigines ohne eigene Schrift auskommt, mussten die Menschen seit jeher ihre Traditionen anders weitergeben: in Erzählungen, in Liedern oder durch Malerei. Von der Höhlenmalerei und Baumrinden-Schnitzereien bis zur heutigen modernen – und oft auch sehr farbenfrohen – Kunst, die es überall in Australien zu kaufen gibt. Mehr darüber erfahrt Ihr zum Beispiel in einem tollen Interview bei Deutschlandradio Kultur oder in einem Artikel von WeltN24.

Zeitgenössische Künstlerinnen

Die Ausstellung in Melbourne versammelt Werke von zeitgenössischen Künstlerinnen der Aborigines-Kultur, die noch nie zuvor zusammen gezeigt wurden. Die Frauen leben in sehr unterschiedlichen Kontexten – vom Outback über die australischen Metropolen bis zum Ausland – und sie verwenden sehr unterschiedliche Materialien: Baumrinde, Sisal, Farbe oder digitale Medien.

Kunst und Körbe aus Naturmaterial und mit Naturfarben: 

Faszinierende Traumbilder

Mir gefallen besonders gut die so genannten Traumbilder von Landschaften im Outback. Sie bestehen aus vielen kleinen Punkten und Symbolen, die seit Urzeiten mit den einzelnen Stämmen verknüpft sind, und deren Geschichte erzählen. Ein wenig sehen sie aus wie Landschaften von oben und werden „Dot Paintings“ genannt. Wer den berühmten Fotoband „Die Erde von oben“ mag, kann sich mit Sicherheit auch für diese Traumbilder begeistern.

Fremde dürfen die Träume übrigens niemals malen, sie sind den Aborigines heilig und werden nur in der eigenen Gemeinschaft so erzählt, dass sie auch gemalt werden können.

Und Fremde brauchen auch Erklärungen, um die Kunstwerke entschlüsseln zu können. Ich war gleich zweimal in dieser tollen Ausstellung und habe mir viel Zeit genommen, um wenigstens ein paar der Werke zu „verstehen“. Doch Kunst muss ja vor allem wirken – und das tat diese Ausstellung. Die Kraft und die Farbigkeit der Bilder haben mich völlig fasziniert. Und – hier geht ein Lob an die Ausstellungsmacher/innen – die Hängung der Werke auch.

Traumbilder aus Punkten und Symbolen:

 

3 Kommentare

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  2. Annette sagt

    Diese Ausstellung würde ich auch gerne besuchen…Pünktchen sind eine Leidenschaft …..

    • Würde Dir sicher auch gut gefallen, liebe Annette.
      Als nächstes steht dann Argentinien und vielleicht auch Chile an. Vielleicht habt Ihr da ja ein paar Kultur-Tipps für uns, wenn wir in Nürnberg sind. Freuen uns schon, Euch zu sehen

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