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Leidenschaftliche Köchin verrät ihre Geheimnisse

Essen scheint die Lieblingsbeschäftigung der Vietnamesinnen und Vietnamesen zu sein. Schon am frühen Morgen sitzen sie auf der Straße und frühstücken ihre traditionelle Nudelsuppe. Und auch spät in der Nacht wird in den Garküchen auf der Straße noch frisch gebraten und gekocht. Das leckere Essen begeisterte auch Gracia Mrakovcic, die für die besonderen Aktion folgenden Wunsch hatte: „Wir waren letzten Sommer in Vietnam, und ich vermisse das leckere Essen. Bitte mach‘ einen Kochkurs und berichte darüber.“ Ein schöner Auftrag für mich – und ich habe die leckere Mission gerne bei Hidden Hanoi in die Tat umgesetzt.

Dieser Anbieter für Kochkurse, der im Jahr 2003 von der Journalistin Tran Hanh An gegründet wurde, wird in tripadvisor sehr empfohlen. Die Gründerin hat eine große Leidenschaft für die vietnamesische Kultur und deren Küche und gibt diese bei Kochkursen an Gäste aus der ganzen Welt weiter. Heute gehörte auch ich zu diesen Gästen.

Mit dieser schönen Schürze kocht es sich besonders gut:

Verstecktes Kleinod

Kurz vor 11 Uhr biege ich also mit dem Taxi von einer der großen Hauptstraßen Hanois ab, fahre nur einmal um die Ecke und betrte dann einen kleinen Hinterhof mit einem versteckten Kleinod: Garten und Küche von Hidden Hanoi.

Hier treffe ich auf Silvia und Ruth, zwei Freundinnen aus Paderborn, die zusammen reisen und ebenfalls an dem Kochkurs teilnehmen. Die vietnamesische Kursleiterin Van Anh hat es in diesem Kochkurs also nur mit deutschen Hobby-Köchinnen zu tun. Kurssprache ist dennoch Englisch, das Van Anh ganz hervorragend spricht. Kein Wunder, ist sie doch eigentlich Übersetzerin – und Köchin aus Leidenschaft.

Van Anh (links) verrät einige Geheimnisse ihrer Kochkunst:

Nudelsuppe zum Frühstück

Sie beginnt den Kurs mit einer kleinen Einführung in die vietnamesische Alltagsküche und sagt: „Unser Frühstück essen wir alle auf der Straße.“ Es ist die traditionelle Nudelsuppe – ein sehr leichter und bekömmlicher Start in den Tag. Doch weil die Suppe lange köcheln muss, und wohl auch weil die Vietnamesinnen und Vietnamesen ein sehr geselliges Volk sind und gerne in Gruppen auf der Straße essen, bereitet niemand die Suppe selbst zuhause zu. „Wir bringen unsere Kinder mit dem Moped in die Schule und unterwegs halten wir kurz und essen unsere Suppe“, erklärt Van Anh. Mittags gebe es dann ein einfaches Reisgericht – in der Stadt esse man auch das meist in einer Garküche auf der Straße. „Am Abend gehen dann alle nach Hause und kochen und essen groß mit der Familie. Die Küche ist der wichtigste Platz im Haus“, so Van Anh, „denn da kannst Du Deine Familie glücklich machen“.

Frische Zutaten

Zunächst macht sie aber Ruth, Silvia und mich mit ihren vietnamesischen Kochkünsten glücklich. In der schön gestalteten offenen Küche gibt es für jedes Gericht eine eigene Station mit frischen Zutaten – Auberginen, Tomaten, Zwiebeln, Erbsen, Tofu, Shrimps, Zitronen, Kräuter, Sonnenblumenöl, Soyasoße und noch viel mehr – und den nötigen Küchengeräten. Auf dem Menü stehen ein morning glory salad, Auberginen im Tontopf, Frühlingsrollen und Tofubällchen.

Kräuter, Tofu, Limonen und Chili – und Van Anh erklärt uns, was wir damit machen:

Wir drei Frauen schnipseln das Gemüse, schneiden den Tofu in Scheiben, pulen die Shrimps, hacken die Kräuter und braten dann die Zutaten an. Van Anh erklärt uns mit viel Charme, wie es richtig geht. Denn es kommt auf die Reihenfolge und das Würzen an der richtigen Stelle an. Schließlich ist die oberste Regel der vietnamesischen Küche, dass jedes Gericht richtig schön knackig sein muss – und gut gewürzt. Das machen die Vietnamesinnen und Vietnamesen nur mit einer kleinen Prise Salz und mit Bergen von frischen Kräutern, die sie kurz vor dem Servieren noch in den Kochtopf geben.

Frischer Koriander spielt dabei eine ganz wichtige Rolle, aber auch Schnittlauch oder Schokoladenminze. Die frischen Zutaten direkt vom Markt sind auch schon das wichtigste Geheimnis der leckeren Gerichte.

Vier Frauen geben alles für den kulinarischen Genuss:

Frühlingsrollen sind unser Favorit

Nach gut drei Stunden in der Küche sind die vier Gänge fertig – und alle schmecken uns Köchinnen köstlich. Die Frühlingsrollen sind dabei der Favorit aller drei Frauen aus Deutschland. Im Kurs haben wir gelernt, wie wir das Reispapier anfeuchten, mit Salat, frischen Kräutern und Tofu oder Shrimps füllen und danach zu einem dekorativen Snack aufrollen. „Das müssen wir unbedingt zuhause für unser Freunde kochen“, meinen Ruth und Silvia unisono. Und auch ich will die leckeren Röllchen zubereiten sobald ich wieder eine Küche habe…

Schmeckt genau so lecker wie es aussieht:

Den Artikel findet Ihr auch auf der online-Reise-Seite der Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung. Und vielen Dank an Hidden Hanoi, dass ich den Kochkurs kostenlos besuchen durfte!

2 Kommentare

  1. Annette sagt

    Oh , auf diese Frühlingsrollen und die lecker gewürzten Speisen hätte ich auch Lust. Die perfekte Zubereitung würde mich auch sehr interessieren! Stellt mich mal auf die Warteliste für eueren Kochkurs „Weltenküche“

    • Die Crew sagt

      Liebe Annette, Du stehst ganz oben auf der Warteliste. Du kannst dann ja fränkische und chilenische Köstlichkeiten beisteuern.
      Nach Chile wollen wir auch noch, aber erst im nächsten Jahr.

Wir freuen uns über Eure Kommentare!

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