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Zu Besuch bei den „African Angels“

Die Welt ist klein! Wir sind an der südafrikanischen Wild Coast im kleinen Ort Chintsa und besuchen auf eine Empfehlung hin das Schulprojekt „African Angels“. Und wen treffen wir im Klassenzimmer? Eva Böhm, eine junge Deutsche, die gerade ihr Studium für das Gymnasiallehramt abgeschlossen hat, und über ein Projekt des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg für drei Monate als Volunteer hier arbeitet.

Eva Böhm unterstützt die Klassenlehrerin bei deren Arbeit mit den Erstklässlern, die aus den nahegelegenen Townships Chintsa East und Glen Eden kommen. „Diese Schule ist eine Riesenchance für die Kinder“, erklärt sie begeistert, „hier gibt es engagierte Lehrerinnen und kleine Klassen, in denen die Kinder individuell gefördert werden“.

Die Schule heißt „African Angels Independent School“ und ist eine primary school für Sechs- bis Zwölfjährige. Sie ist privat finanziert und soll „Education with a Difference“ bieten. Was mit diesem Slogan gemeint ist, erklärt uns Schulleiterin Lou Billett. Sie betont, dass in der normalen ordinary school im Township die Schule zwar kostenfrei ist, dafür aber die Lehrer/innen oft nicht zum Unterricht kommen und die Kinder entsprechend wenig lernen. Eine „fee paying public school“ können sich die Eltern im Township jedoch nicht für ihre Kinder leisten, denn die Gebühr liegt bei 2.000 Rand, was dem gesamten Monatslohn eines Arbeiters entspricht. Das sind übrigens nach aktuellem Wechselkurs gerade einmal 120 Euro…

Die „African Angels Independent School“ ist ebenfalls kostenpflichtig, wird allerdings von Sponsoren wie dem Rotary Club East London, dem Mercedes-Benz-Werk East London und anderen privaten Spendern gefördert. Diese übernehmen die Schulgebühren von 400 Rand im Monat pro Kind, und die Eltern zahlen nur noch die Kosten von 120 Rand für den Schulbus. Diese finanzielle Beteiligung der Eltern ist Lou sehr wichtig, denn „sie investieren in die Zukunft ihrer Kinder und tun das voller Stolz.“

Aktuell sind 88 Kinder an der Schule und kommen in den Genuss gut ausgestatteter Klassenzimmer, eines Computerraums, eines warmen Frühstücks und Mittagessens – und eines qualifizierten und engagierten Unterrichts in Englisch. Die Klassengröße liegt bei maximal 20 Schülerinnen und Schülern, damit sie individuell gefordert und gefördert werden können. Die Lehrerin, die wir besuchen, macht das unglaublich toll: Sie übt Schreibschrift mit den Kindern, singt mit ihnen, liest etwas vor, rennt mit ihnen über den Sportplatz – und, und, und – in Deutschland würde man das wohl „abwechslungsreichen Unterricht mit großer Methodenvielfalt“ nennen. Und manchmal wird sie dabei sogar von einer deutschen Volunteer wie Eva Böhm unterstützt.

Wenn Ihr selbst etwas für die Kinder tun wollt, freut sich African Angels über Spenden: http://www.sponsoranangel.org

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