Alle Artikel in: Weltreise

Reisterrassen von Banaue auf den Philippinen

Wir sind die „Weltentdecker des Monats“

Träumst Du auch von einer Weltreise? Dann mach es unbedingt, es könnte die beste Zeit deines Lebens werden. Wir selbst waren 19 Monate unterwegs – von Nürnberg ging unsere Route nach Afrika, Asien und Australien und irgendwann über Amerika zurück. Inzwischen sind wir zurück in Deutschland und machen erst einmal kleinere Reisen in Europa. Was wir in der Welt erlebt haben, findet Ihr in unseren Blogartikeln. Und eine kurze Zusammenfassung gibt es in diesem Interview „Weltentdecker des Monats“ für den bekannten Reiseblog www.wetravelthworld.de.  Wann wir gemerkt haben, dass wir definitiv mit dem Travelbug infiziert sind: Wir wurden beide – unabhängig voneinander – schon sehr früh mit dem Reisevirus infiziert. Elke liebt von klein auf Wüstenlandschaften, Wolfgang segelt seit jungen Jahren und träumte stets von einer Weltumsegelung. Elke kommt aus einer oberfränkischen Kleinstadt und fuhr als Kind mit ihren Eltern immer in den gleichen Urlaubsort in Oberbayern. Ihr erster Flug ging deshalb mit Anfang 20 nach Mexiko, wo sie zwei Monate als Backpackerin unterwegs war. Auch Wolfgang brach, sobald er konnte, aus dem engen elterlichen Reisehorizont aus und machte sich auf den Weg nach Skandinavien und …

Der Schreiber, das Huhn und die Kirche

Was bleibt hängen von einer Reise? An was erinnern wir uns auch noch nach Jahren? Was vergessen wir dagegen schnell? Diese Fragen stellen wir uns immer öfter, sind wir doch inzwischen seit fast 16 Monaten in der Welt unterwegs – und schon jetzt können wir die vielen Eindrücke gar nicht mehr verarbeiten. Deshalb fand ich es besonders interessant, in Mexiko an einen Ort zurückzukehren, an dem ich vor 27 Jahren schon einmal war: San Cristobal de las Casas. Und ich erinnerte mich an drei Dinge sehr intensiv: den Schreiber, das Huhn und die Kirche. Doch zunächst zu der Reise an sich. Damals war ich 21 und nach der Zwischenprüfung an der Uni mit meiner Reisefreundin Gracia unterwegs in Mexiko und Guatemala. Für mich war es damals der erste Flug überhaupt, vorher hatte ich vier Wochen in der Fabrik gearbeitet, um mir das Ticket leisten zu können. Und während ich das so schreibe, komme ich mir ein ganz klein wenig aus der Zeit gefallen vor. Wer kann sich heute noch vorstellen, im Erwachsenenalter das erste Mal zu fliegen? Auch die übrigen Reisebedingungen klingen so …

Das weiße Meer: Der Salar de Uyuni

Mit mehr als 10.000 Quadratkilometern ist er der größte Salzsee der Welt. Und, da er auf einer Höhe von 3.650 Metern liegt, auch der höchstgelegene. Vor circa 10.000 Jahren ist hier ein See ausgetrocknet, der keinen Abfluss hatte. Zurück blieb eine Salzpfanne, deren Kruste bis zu 220 Meter dick ist. Dem nächstgelegenen Uyuni, einer staubige Wüstenstadt im bolivianischen Hochland, verdankt er seinen Namen: Salar de Uyuni. Mit Salzabbau verdienen Menschen hier ihr Einkommen. Zudem beherbergt der Salar de Uyuni eines der weltweit größten Lithiumvorkommen, ein äußerst begehrter und deshalb wertvoller Rohstoff. Soweit die nüchternen geographischen und geologischen Angaben. Gleißendes Licht Wir stehen inmitten dieser Salzwüste. Die Luft ist trocken, der Himmel blauweiß. Das Licht hier ist so gleißend, dass man ohne Sonnenbrille die Augen kaum aufmachen kann. Um uns herum schier unendliche Weiten. Man könnte meinen, auf einem anderen Planeten gelandet zu sein. So surreal, so unwirtlich und, ja, außerirdisch ist diese Landschaft im Südwesten Boliviens. Fast alles, was unseren Sinne vertraut ist, kommt hier nicht vor. Stattdessen ein Meer, weiß wie Schnee, das irgendwo …

Bach im Teatro Colón

Was wir am Palmsonntag im Teatro Colón machen, fragt uns der Taxifahrer – eine Führung? Als er erfährt, dass wir dort hinfahren, um Musik von Johann Sebastian Bach zu hören, ist er begeistert. Da er etwas Deutsch kann, entspinnt sich eine lebendige Unterhaltung. Ja, natürlich kenne er Bach, un Gran Compositor de Alemania. Und dann noch im Colón, dem Stolz der Stadt, das zu den berühmtesten Opernhäusern der Welt gehöre! Hier hätten sie schon alle auf der Bühne gestanden, die großen Stars der Opernwelt wie die Callas oder der Caruso; aber auch Dirigenten wie Toscanini, Bernstein und Barenboim. Das Teatro Colón – ein Prachtbau Er hat nicht zu viel versprochen. Das nach Christoph Columbus benannte Opernhaus von Buenos Aires, 1908 eröffnet, ist ein klassisch-schöner Musiktempel im Stil der Mailänder Scala, so prächtig und glanzvoll, dass wir aus dem Staunen kaum noch herauskommen. Und es ist groß, sehr groß sogar: Alles in allem bietet es dreieinhalbtausend Besuchern Platz, verteilt auf Parkett und sechs (!) Ränge. Trotz dieser Größe ist es auch berühmt wegen seiner wunderbaren Akustik. Dass …

Zu Gast bei Freunden in Manila

Matthias, Lilli – und der kleine Leo. Das ist die „Radek-family“, die wir gerade in Manila besuchen. Unsere Freunde aus der Heimat leben und arbeiten inzwischen in Makati, dem Business-Distrikt von Manila, und wohnen im 36. Stockwerk eines Wolkenkratzers.  Nur ein paar Stockwerke darunter haben wir uns für die ersten Tage eine kleine Wohnung gemietet und genießen von unserem Bett den Ausblick auf die Metropole. In der zweiten Woche ziehen wir in das „Fresh Greenbelt Loft“ in der Nachbarschaft um, in dem wir uns sehr wohl fühlen und die Radeks sogar mal zu uns zum Abendessen einladen können – fast wie Zuhause. Und die neue Heimat unserer Freunde lernen wir bei gemeinsamen Ausflügen in der Stadt und auf eine Trauminsel kennen. Sonnenuntergang in Makati: In den ersten Tagen erkunden wir zusammen mit den stolzen Eltern und dem kleinen Leo Manila und Makati: Und an einem verlängerten Wochenende fliegen wir zusammen auf die Insel Negros und verbringen vier wunderbare Tage an einem echten Traumstrand:

Zu Fuß im laotischen Bergland

Nach den entspannten Tagen in Luang Prabang fahren wir weiter nördlich ins Bergland von Laos, um dort für ein paar Tage zu wandern und abgelegene Bergdörfer zu besuchen. Interessant ist diese Region durch die dort lebenden Hmong, eine von nicht weniger als 49 Ethnien im Vielvölkerstaat Laos. Da jede dieser Ethnien ihre eigene Sprache spricht, viele der Bergbauern zudem kein Laotisch können, ist es wichtig, einen Guide zu haben, der ihre Sprache beherrscht. Mit Sii, einem jungen Mann aus der Nähe von Luang Prabang, haben wir Glück. Er spricht nicht nur Hmong, sondern auch recht gut Englisch und kennt sich mit der Natur und den ländlichen Lebensweisen hier oben gut aus. Von Nong Khiaw, einer schön am Nam Ou Fluss und inmitten einer eindrucksvollen Felslandschaft gelegenen Kleinstadt, machen wir uns auf den Weg. Die Sonne brennt schon am frühen Vormittag erbarmungslos, als wir unsere Wanderung durch Reisfelder beginnen. So sind wir dankbar, dass wir schon bald den Dschungel erreichen, der uns für die nächsten Stunden vor der prallen Sonne schützen wird. Allerdings schauen wir zunächst …

Leidenschaftliche Köchin verrät ihre Geheimnisse

Essen scheint die Lieblingsbeschäftigung der Vietnamesinnen und Vietnamesen zu sein. Schon am frühen Morgen sitzen sie auf der Straße und frühstücken ihre traditionelle Nudelsuppe. Und auch spät in der Nacht wird in den Garküchen auf der Straße noch frisch gebraten und gekocht. Das leckere Essen begeisterte auch Gracia Mrakovcic, die für die besonderen Aktion folgenden Wunsch hatte: „Wir waren letzten Sommer in Vietnam, und ich vermisse das leckere Essen. Bitte mach‘ einen Kochkurs und berichte darüber.“ Ein schöner Auftrag für mich – und ich habe die leckere Mission gerne bei Hidden Hanoi in die Tat umgesetzt. Dieser Anbieter für Kochkurse, der im Jahr 2003 von der Journalistin Tran Hanh An gegründet wurde, wird in tripadvisor sehr empfohlen. Die Gründerin hat eine große Leidenschaft für die vietnamesische Kultur und deren Küche und gibt diese bei Kochkursen an Gäste aus der ganzen Welt weiter. Heute gehörte auch ich zu diesen Gästen. Mit dieser schönen Schürze kocht es sich besonders gut: Verstecktes Kleinod Kurz vor 11 Uhr biege ich also mit dem Taxi von einer der großen Hauptstraßen Hanois ab, fahre nur einmal …

Die Besteigung des Poon Hill

Schon bei unserer Ankunft am Flughafen in Kathmandu deutete es sich an. Als wir zur Begrüßung das Schild „Matterhorn Treks & Expedition Ltd.“ mit unseren Namen darauf sahen, ahnten wir: Das geplante Bergwandern im Himalaya wird kein Spaziergang. Das hat einen Hauch von Expedition und wird eine echte Herausforderung für alle Beteiligten. Wie es dann tatsächlich wurde, lest Ihr hier selbst. Danksagung Ang Kami, dem Ideengeber für unsere wagemutige Himalaya-Tour, sei Dank. Als überaus erfahrenem Sherpa und Chef von „Matterhorn Treks & Epeditions Ltd.“ hatten wir uns seinen Planungen anvertraut. Hatte er noch damit gerechnet, dass wir als Flachländer lediglich von Bergdorf zu Bergdorf wandern wollten bzw. konnten, wurde daraus eine waghalsige Bergbesteigung. Dies verdankt sich der hochmotivierten Mann- bzw. Frauschaft. Ihrem Wagemut und ihrer Zähigkeit ist deshalb der Expeditionsbericht gewidmet. Die Mann- bzw. Frauschaft Prakasch, engagiert als ortskundiger Guide mit Österreich-Erfahrung, deshalb auch einer Sprache mächtig, die für uns einen Mischmasch aus Özi-Sprech und Englisch darstellte. Elke, deren Stärke zweifelsohne in ihrer Redegewandtheit, gepaart mit Eigensinn und großer Willenskraft liegt und die immerhin schon …

Bitterschönes Madagaskar

Wir sahen faszinierende Landschaften und trafen freundliche, hilfsbereite Menschen. Wir sahen aber auch Kinder, die als Lastträger Ziegelsteine auf dem Kopf balancierten. Und wir sahen Menschen, die zahlreiche, mit Wasser gefüllte Kanister mit primitiven Karren mühsam bergan schoben zum noch weit entfernten Dorf. Schon vor Madagaskar hat uns die Frage beschäftigt: Wie wird es uns wohl gehen bei der Reise durch ein Land, das zu den ärmsten der Welt gehört? Wie mit all den Widersprüchen umgehen, die solch eine Reise mit sich bringt? Einerseits wunderschöne Landschaften, eine freundlich wirkende Bevölkerung und (fast) jeden Tag neue, intensive Erlebnisse mit Mensch und Natur. Andererseits der Eindruck bitterer Armut oder deren Folgen: Bettelei, Kinderarbeit, Menschen – vor allem Frauen – als Träger schwerster Lasten, Dörfer und Städte voller heruntergekommener Gebäude und Straßen, Müll, Staub und Dieselruß. Oder sitzen wir vielleicht nur unserer „westlichen Sichtweise“ auf, wie ein wohlmeinender Freund anmerkte, nachdem er Elkes Text über unsere ersten Eindrücke von Antananarivo gelesen hatte? Sind wir nur zu voreingenommen oder überempfindlich gegenüber anderen Kulturen und deren Sitten und Gebräuchen? Hier ein …

Tradition und Moderne in Bulungula

Fragt man Südafrikaner nach Gegenden, wo es noch „ursprünglich afrikanisch“ ist, schwärmen sie von der Wildcoast bzw. der „Transkei“.  So hieß die Region in der Apartheid-Zeit, als die rassistische Minderheits-Regierung der Weißen die schwarze Bevölkerungsmehrheit zwangsweise in so genannte „Homelands“ umgesiedelte. Es verwundert nicht, dass diese in der Regel abgeschieden lagen und karge, unfruchtbare Böden hatten. Zwischen Port Elisabeth und Durban gelegen, erstreckt sich die Wildcoast ca. 850 km entlang des Indischen Ozeans bis weit ins Landesinnere. Etwa auf halber Strecke liegt Bulungula, ein mehrfach ausgezeichnetes ökologisch-soziales Tourismus-Projekt an der Küste. Das Besondere daran ist, dass es ausschließlich von Xhosa betrieben wird, in der Community verwurzelt ist und seit seiner Gründung zum kreativen Kern und Motor der Entwicklung des bislang bitterarmen Umfelds geworden ist. Zudem stieß es weitere Projekte wie die 2007 gegründete Vorschule an und brachte neben Bildung für die Kleinen viele Menschen in Arbeit. Um dorthin zu kommen, mussten wir die Nationalstraße N2 verlassen, um dann zweieinhalb Stunden über, wie die Südafrikaner sagen, „dirtroads“ zu fahren, also staubige, teilweise sehr ruppige Pisten. Aber …